KI-Video-Produktion: Tech-Kosten kalkulieren
Die Frage, was die Generierung eines Videos mit KI kostet, müsste eigentlich einfach zu beantworten sein. Doch während anfangs die Video- und Bilderstellung mit den Abokosten des Tools abgedeckt war, wird heute über Credits oder Tokens abgerechnet. Und jede Plattform und jeder Toolanbieter hat dabei eine eigene Systematik. Angesichts steigender Abopreise und immer teurerer Video-Modelle lohnt es sich, die Details in der jeweiligen Kostenstruktur vorab zu kennen – als Produktion, Inhouse-Kreative wie auch als Auftraggeber.
Wir haben mehrere Anbieter verglichen, darunter Figma Weave, Higgsfield und Dreamina (Bytedance). Eine klare Preisübersicht fehlt bei allen. Ihre Währung sind meistens Credits, doch schon hier endet die Gemeinsamkeit: Ein Credit wird von Anbieter A anders berechnet als Anbieter B. Erst aus der Kombination von Monatspreis, Creditkontingent und Creditkosten pro Sekunde errechnet sich der reale Preis.
Ein Video für 21 Euro? Eher die Ausnahme
Rechnet man bei Figma Weave durch, landet eine einzelne, fehlerfreie 20-Sekunden-Generierung in 1080p bei rund 21 Euro. Doch in der realen Produktion kostet ein fertiges Video in dieser Länge das 4-fache.
Wie kommt das? Bekannterweise führt nicht jeder Prompt zum gewünschten Ergebnis. Ein 20-Sekunden-Clip besteht meistens aus mehreren Blöcken. Bis Bewegung und Timing sitzen, sind oft drei bis vier Wiederholungen nötig. Optimalerweise erstellt man diese Schritte in der kleinsten Auflösung und rendert erst abschließend in hoher Auflösung – und das meistens auch mehrmals.
Am Ende stehen im Schnitt 81 Euro für einen einzigen fertigen 20-Sekünder. Und dieser eine Clip frisst mehr als das Doppelte meines kompletten Monatskontingents an Credits des Pro-Abos in Figma Weave mit 4000 Credits.
Auch der günstige Anbieter ist teuer
Higgsfield wird in Vergleichen gern als die billigere Alternative gehandelt. Für denselben 8-Sekunden-Clip im selben Testworkflow liegt Weave im direkten Vergleich rund 39 Prozent über Higgsfield. Higgsfield selbst rechnet in einem Blogbeitrag vor, was ein fertiger 30-Sekünder aus vier Shots mit je drei Versuchen kostet und kommt damit auf eine breite Spanne von 30 bis 69 Dollar. Das ist abhängig von der Plattform, dabei sprengen vier von fünf verglichenen Anbietern das Monatskontingent.
Kostensparender arbeiten: Region-Editing
Eine Möglichkeit, Credits zu sparen, bietet Seedance 2.5: Hier können seit Kurzem einzelne Bildregionen gezielt neu gerendert werden – Produkt austauschen, Hand korrigieren, Hintergrundobjekt entfernen, der Rest der Szene bleibt stabil. Das hilft vor allem, das Ergebnis konsistent zu halten. Eine große preisliche Stellschraube ist es nicht, aber er kann die Anzahl der Renderings niedriger halten und Arbeitsschritte vermeiden, in denen ein fast perfekter Take an einem einzigen falschen Detail scheitert und bisher komplett neu generiert werden müsste.
Vorbereitung spart mehr als jedes Feature
Der wirksamste Hebel liegt allerdings vor der ersten Generierung. Ein Storyboard, das Kamerawinkel, Bewegung und Timing vorab festlegt, hilft, unnötige Testläufe zu vermeiden. Ein Motion Pass, also eine grobe Voranimation oder eine Referenzbewegung, gibt dem Modell ein klares Bild davon, wie das Ergebnis aussehen soll. Je präziser die Referenzbilder, desto seltener weicht das Ergebnis in Details wie Gesicht, Kleidung oder Produkt ab – oft genau die Punkte, die sonst eine weitere Generierung nötig machen.
Fazit: die eigenen Prozesse mitberechnen
Kreativprozesse sind oft nicht geradlinig. Abstimmungen und Überarbeitungen sind vorab manchmal schwer zu kalkulieren. Die Tech-Kosten sollten nie nur auf Basis der Preise, die die Anbieter angeben, festgelegt werden. Wir raten, mehrere Projekte zu tracken und dabei die Phasen Erstellung, Überarbeitung und Postproduktion zu analysieren, um einerseits ein klares Bild für künftige Projekte zu bekommen, und auf der anderen Seite ggf. Einsparpotenziale zu finden.