KI im Team verankern: Vom Tool zum Kreativen Workflow

Wenn wir zu KI-Schulungen in den Austausch mit Marketingteams gehen, finden wir oft ähnliche Voraussetzungen vor: Bei manchen gibt es eine Ansage "von Oben", KI zu nutzen. Sei es, um Kosten zu sparen, aber auch um am Puls der Zeit zu bleiben. Bei anderen gibt es eine große Offenheit und im Team Kreative, die KI vorantreiben und sich über Tutorials schon einiges selbst angeeignet haben. Andere haben die KI-Tools gelegentlich etwas getestet. Und eine weitere Gruppe (sie gibt es nicht in jedem Team, aber oft) schaut skeptisch bis ablehnend auf die neuen Möglichkeiten.

Einzelne Tools wie Midjourney haben zwar viel Potenzial, werden jedoch von komplexen Workflows und Tool-Kombinationen immer mehr abgelöst.

Was wir in über 70 Workshops mit mehr als 500 Teilnehmenden über die Integration und Transformation der Arbeit in Marketingteams gelernt haben, klingt vielleicht wenig spektakulär, ist jedoch für die erfolgreiche Einführung und Vertiefung von KI im Marketing relevant.

1. Das PremiumAbo ersetzt keine Integration in den Alltag

Selten fehlt es an gutem Willen. Die meisten Teams haben im Arbeitsalltag schlicht keine Kapazitäten, sich in Tools selber einzuarbeiten und sie sinnvoll in ihre Abläufe einzubauen. Ein praxisorientiertes Training anhand von konkreten Fällen aus dem Alltag – möglichst mit zusätzlicher Zeit, selbst weiterzulernen – muss deshalb an erster Stelle stattfinden, bevor neue Arbeitsabläufe und Tools gezielt in den Team-Alltag eingebaut werden können.

2. Wer voM einzelnen Prompt zu viel erwartet, hält Machbares für unmöglich

Oft wird von einem einzelnen Prompt erwartet, dass er zum gewünschten Ergebnis führt. Und wenn nach mehrmaligem Prompten das Ergebnis nicht ausreicht, entsteht die Schlussfolgerung, dieser Content lasse sich mit KI nicht produzieren. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Arten von Prompts und dazu eine breite Palette an Bausteinen, die man in einen Arbeitsablauf integrieren kann. Sie bestehen nicht aus reinem Text, sondern sind Bildreferenzen, Skizzen oder 3D-Modelle, die sich wie in einem Baukasten miteinander verbinden lassen. Wer diese Möglichkeiten nicht kennt, sieht die Grenze der KI dort, wo in Wahrheit nur die Grenze des einzelnen Prompts liegt. So hat es auch ein Teilnehmer aus einem unserer letzten Trainings zurückgemeldet: „Jetzt habe ich erst verstanden, was man alles mit KI machen kann."

Ein gutes Beispiel sind Smartphones, die 1:1 in eine Szene integriert werden sollen. Ein hochgeladenes Referenzbild reicht dafür nicht aus. Das Gerät sieht fast richtig aus. Aber das reicht nicht aus. Produktdarstellungen müssen zu 100% passen. Wer hier über Tutorials und Trial-and-Error nicht zum Ergebnis kommt, hält Produktbilder mit KI für unbrauchbar. Dabei gibt es mindestens zwei Wege, um Genauigkeit zu erreichen: das Produkt samt Spezifikationen bis ins kleinste Detail beschreiben oder das generierte Produktbild nachträglich gegen ein echtes Produktfoto austauschen.

3. Je besser die Modelle werden, desto wichtiger wird das Handwerk dahinter

Noch vor kurzem war KI vor allem ein Werkzeug für Konzepte, und die Ansprüche lagen entsprechend niedriger. Heute wird Finalqualität erwartet. Die Fragen aus den Teams, die wir schulen, sind detaillierter und komplexer geworden. Wenn jeder KI-Content erzeugen kann, wird Qualität und Handwerk immer entscheidender. Es fällt auf, wenn das nötige Hintergrundwissen fehlt oder die Techniken, um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen.

Besonders deutlich wird das bei Video. KI-Filme entlarven sich durch Achsensprünge und eine Erzählweise, die nach dem dritten Shot langweilt. Beides können die Modelle nicht von alleine steuern. Schnitt, Kameraführung und Rhythmus sind Wissen, das sich Regisseure und Kameraleute über Jahre aufgebaut haben, und wir müssen es der KI Shot für Shot beibringen. Bei größeren Filmprojekten raten wir deshalb, entsprechende Profis an die Seite zu stellen.

Auch bei der Erstellung von KI-Charakteren oder Models ist Erfahrung, genaue Beobachtungsgabe und das Wissen hilfreich, was eine spannende, authentische Persönlichkeit ausmacht – wie Alter, Hauttexturen, Ethnie, Proportionen oder kleine Unebenmäßigkeiten im Gesicht.

4. Ein einzelnes Bild lohnt sich – eine Produktionskette noch viel mehr

KI zahlt sich in drei Fällen besonders aus: wenn etwas entstehen soll, das sich real nicht produzieren lässt, wenn ein Workflow einmal gebaut wird und danach beliebig oft läuft, und wenn eine Bildproduktion hochwertigen Output in Massen oder für verschiedene Formate erzeugen soll.

Den zweiten Fall – die Workflows – lieben unsere Schulungsteilnehmer:innen: Dasselbe Produkt wird immer gleich inszeniert, die Hintergründe auswechseln, oder das Model austauschen, während alles andere bestehen bleibt. Der dritte Fall ist der, bei dem es budgetär besonders interessant wird, denn KI wird vor allem in der Skalierung günstig. Bei einem Mode-Shoot entfallen Modelkosten, Location und Logistik. Hintergründe und Jahreszeiten lassen sich beliebig anpassen, und die nächste Kollektion läuft durch immer ähnliche Workflows.

5. Kontrolle entsteht aus der Wahl der Inputs

Für jeden Anwendungsfall führen andere Wege zum Ergebnis. Im Training vermitteln wir deshalb vor allem Methoden: welche Inputs es gibt, wie man sie kombiniert und an welchen Stellen man steuern kann. Referenzbilder, Skizzen, Storyboards und Charaktersheets gehören dazu, und auch 3D ist als Input noch immer unterschätzt, weil es Kontrolle über das Ergebnis gibt.

Es ist wie beim Kochen. Wer weiß, was am Ende auf dem Teller liegen soll, kann entscheiden, welche Zutaten er braucht, wie er jede behandelt, wann er sie zusammenführt und wie er serviert. In der Kreativproduktion heißt das, Briefing, Assets, Storyline, Charaktere, Stil und Kameraführung bis ins Detail zu planen, und Musik und Sprache sind noch einmal ein eigener Fall. Die Vorbereitung wird dadurch größer als die eigentliche Generierung, und das ist der Punkt, an dem sich Teams am häufigsten verschätzen.

FAQs rund um KI-Schulungen und KI-Integration im Marketing

Was sollte eine KI-Schulung für Kreativteams in Agenturen leisten?

Ein gutes Training vermittelt Methoden statt Tool-Demos: wie man vom gewünschten Ergebnis aus plant, welche Inputs es gibt und wie man Kontrolle über Bild und Video behält. Teams lernen damit, wiederholbare Workflows aufzubauen, die den Arbeitsalltag tatsächlich entlasten.

Woran scheitert KI-Einführung in Kreativteams?

Meist liegt es nicht an der Motivation. Die Tools finden keinen festen Platz im Alltag, und die Qualität einzelner Prompts enttäuscht, ohne dass Teams wissen, wie sie das Ergebnis verbessern können. Daraus entsteht der Eindruck, bestimmter Content sei mit KI nicht machbar. Wir empfehlen, nach dem Training einen oder mehrere "KI-Ambassadors" zu benennen, die sich noch tiefer mit KI befassen und das Wissen weiter ins Team tragen. Zusätzlich sind KI-Team-Challenges oder "AI Fridays", an denen das Team sich gezielt mit KI befasst – gerne auch spielerisch, tolle Chancen, um das Thema und die Skills fester zu verankern.

Wann lohnt sich KI in der Bildproduktion wirklich?

Vor allem in drei Fällen sehen wir einen Effizienzgewinn: wenn etwas entstehen soll, das sich real nicht produzieren lässt, wenn wiederholbare Workflows den Alltag beschleunigen und wenn professionelle Bilder in großer Zahl gebraucht werden, etwa bei Produktvarianten oder Mode-Shoots.

Wie bekommt man Produkte in KI-Bildern 1:1 hin?

Ein einzelnes Referenzbild reicht dafür nicht. Zwei Wege funktionieren: das Produkt und seine Spezifikationen sehr genau beschreiben oder das generierte Produkt nachträglich durch ein echtes Produktfoto ersetzen.

Braucht man für KI-Video Erfahrung in Regie und Schnitt?

Wenn’s richtig gut werden soll, ist es hilfreich. Denn KI-Filme wirken schnell unprofessionell durch Achsensprünge, eine schwache Erzählweise und fehlenden Rhythmus. Dieses Wissen muss man dem Modell vorgeben. Bei größeren Filmprojekten empfehlen wir, Profis aus Regie oder Kamera einzubinden. Oder viel Zeit und Energie für eigene Recherchen dazu aufzuwenden.


Ihr habt Fragen rund um KI-Schulungen und KI-Integration in eure Marketingprozesse? Schreibt uns gerne

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KI-Video-Produktion: Tech-Kosten kalkulieren