AEROLABS: Vom virtuellen Produkt zum Messefilm

Fünf Tage, ein Prototyp, Fotos von Stoffen – und eine neue Marke, die auf der ISPO in Amsterdam zum ersten Mal vor Fachpublikum steht: So sah die Ausgangslage aus, als Concordia Textiles uns beauftragt hat, für ihre Marke Aerolab einen Messefilm für die wichtigste Fachmesse der Sportartikel-, Outdoor- und Wintersportbranche zu produzieren.

Diese Situation kennt fast jedes Marketingteam. Ein Launch, eine Messe oder ein Saisonstart stehen an. Das Material dafür ist noch in der Produktion, und für einen klassischen Dreh reichen weder Zeit noch Budget. An diesem Projekt zeigen wir euch, wann KI-Produktion die bessere Wahl ist und welche Basis sie benötigt.

AUsgangspunkt: Eine Idee und eine Deadline

Ziel des Films war es, Outdoor-Kleidung als Fashion zu inszenieren. Zudem sollten die verschiedenen Materialien und ihre besonderen Eigenschaften erlebbar gemacht werden, gezeigt werden, wie sie zum Einsatz kommen können. Rechnet man die Anforderungen durch, wird ein konventioneller Dreh schnell unrealistisch. Mehrere Einsatzszenarien mit dem passenden Wetter, Locations für unterschiedliche Bedingungen, ein Casting für Models, die zur Zielgruppe passen – und das alles in einem Zeitfenster, in dem manchmal gerade erst das Briefing abgestimmt wird.

Die Wichtigste Arbeit steckt in den Entscheidungen vor dem ersten Prompt

Am Anfang stand die Frage, welche Situationen ein Fachpublikum sofort mit Funktion verbindet. Daraus haben wir Konzept und Storyline entwickelt: eine Abfolge von Einsatzbereichen, in der jedes Textil seinen eigenen Auftritt bekommt und der Film trotzdem als Ganzes erzählt.

Die Models haben wir eigens für Aerolab entwickelt, als feste Charaktere, die über alle Szenen hinweg wiedererkennbar bleiben und zur Zielgruppe der Marke passen. Für Concordia Textiles fielen damit Casting und Model-Buyouts weg, und die Figuren lassen sich in weiteren Motiven wieder einsetzen.

Die Szenen sind allein auf Basis von Fotos der Produkte und Textilien entstanden. Der heikelste Teil war, dass sich die Stoffe realistisch verhalten, denn ein Fachpublikum für Textilien sieht solche Fehler sofort. Von der Storyline bis zur Musik und Postproduction lag alles bei uns, in einer Produktionszeit von fünf Tagen.

Von der Materialprobe zum Produktshoot: erst am Model wird der Fall des Stoffes sichtbar (erstellt mit KI)

Prototypen als Basis für das Filmmaterial, Quelle: Concordia Textiles

„We only had product photos and a fixed screening time slot for Aerolab. It was most important to us that our fabrics showed up in the film exactly as we know them to behave, because our specialist audience spots every flaw immediately. At the booth, the film achieved exactly what a product presentation alone could not.“
— Joeri Smets, Design & Product Manager, Concordia Textiles

Wann sich eine KI-Produktion lohnt

Aus unseren Projekten sehen wir vier Situationen, in denen KI-Produktion einem klassischen Dreh überlegen ist:

  • Eine neue Marke, ein neues Produkt braucht Bewegtbild, bevor es das entsprechende Material oder die Produkte gibt.

  • Die Szenarien wären teuer oder kaum zu drehen, weil Wetter, Jahreszeit oder Locations nicht mitspielen.

  • Ihr braucht viele Varianten derselben Idee für unterschiedliche Märkte, Kanäle oder Saisons.

  • Ein fester Termin lässt keinen Puffer für Drehtage, Wetterverschiebungen und Nachdrehs.

Screenshot: Workflows

Fünf Tage funktionieren nur mit kurzen Wegen auf beiden Seiten

Der Zeitaufwand für die Umsetzung selbst war verglichen zu einer klassischen Filmproduktion kurz. Die Entwicklung der Storyline, der Regie und der einzelnen Assets, ist weiterhin zeitaufwändig. Kurz gesagt: KI spart Drehtage und verschiebt den Fokus hin zu Creative Direction, Regie und Postproduktion.

Die Ausgangsfotos sind die wichtigste Basis. Je besser Details, Texturen und Farben darin zu sehen sind, desto glaubwürdiger verhält sich das Material später im Film. Genauso wichtig ist ein Briefing, das Zielgruppe und Einsatz klar benennt. Gerade bei Zeit- und budgetkritischen Projekten ist es entscheidend,  klare Absprachen zu treffen und die Ausgangsmaterialien als „Points of No Return“ zu definieren.

Jedes Produkt, jede Marke hat eigene Anforderungen  

Bei Aerolab war die entscheidende Frage, ob KI die Materialitäten realistisch wiedergeben kann. Bei anderen Produkten liegt die Schwierigkeit ganz woanders: Sei es die Passform bei Kleidungsstücken. Bei Möbeln und Elektronik müssen Größe, Proportionen und Details im Design stimmen. Bei Kosmetik sind es Texturen und Farbtöne, bei anderen Produkten wiederum Texturen, Logos und Etiketten. Ob die KI das kann, ist in der Regel nicht mehr die Frage. Viel mehr geht es um die Investition in die Vorarbeit, um zum optimalen Ergebnis zu kommen.


Den Aerolab-Film findet ihr in unserer Work-Section.

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Vom Storyboard zum Rendering – Schritte in der KI-VideoProduktion